Zahlungsprozesse sollen schneller, transparenter und effizienter werden – gleichzeitig steigen die Anforderungen an Sicherheit und Kontrolle. Genau hier setzen Instant Payments an. Mit der neuen EU-Regulierung rückt eine Zahlungsform in den Fokus, die Geschwindigkeit und Steuerbarkeit verbindet. Doch welches Potenzial steckt tatsächlich dahinter?
Instant Payments sind Überweisungen, die innerhalb weniger Sekunden auf dem Konto des Empfängers verfügbar sind – rund um die Uhr und unter Einhaltung bestehender Sicherheitsstandards.
Während entsprechende Systeme in anderen Regionen bereits seit Jahren etabliert sind, wird die Entwicklung in Europa maßgeblich durch die neue Instant-Payment-Regulierung vorangetrieben.
Die EU-Verordnung definiert klar, welche Kriterien erfüllt sein müssen:
Darüber hinaus umfasst die Regulierung weitere Aspekte, etwa vereinfachte Prüfprozesse oder die Möglichkeit grenzüberschreitender Zahlungen.
Instant Payments bieten Unternehmen mehrere konkrete Vorteile im Zahlungsmanagement:
Mehr Flexibilität durch Geschwindigkeit
Entscheidend ist nicht die Geschwindigkeit allein, sondern die daraus entstehende Kontrolle über Zahlungszeitpunkte.
Effizientere Prozesse
Digitale und schnelle Transaktionen reduzieren manuellen Aufwand und sparen Zeit sowie Kosten.
Verbessertes Cashflow-Management
Zahlungseingänge erfolgen nahezu in Echtzeit. Das erleichtert Liquiditätsplanung und Forecasting. Gleichzeitig profitieren auch Lieferanten von schnelleren Zahlungseingängen.
Mit der neuen Regulierung werden Instant Payments künftig für alle SEPA-Überweisungen verfügbar sein – ohne zusätzliche Kosten. Die vollständige Umsetzung ist bis Juni 2028 vorgesehen.
Gleichzeitig steigt die Nutzung bereits heute: Im ersten Quartal 2024 wurden bereits 17,8 % aller SEPA-Überweisungen als Instant Payments abgewickelt. Das zeigt, dass sich Echtzeitzahlungen zunehmend im Markt etablieren – noch bevor die Regulierung vollständig umgesetzt ist.
Ein zentraler Vorteil von Instant Payments ist die höhere Flexibilität bei Zahlungszeitpunkten: Unternehmen können Zahlungen gezielter steuern und so ihr kurzfristiges Cashflow-Management optimieren. Gleichzeitig eröffnen sich neue Möglichkeiten bei der Gestaltung von Zahlungszielen gegenüber Lieferanten.
Wie bei vielen neuen Technologien agieren Unternehmen zunächst zurückhaltend – insbesondere aufgrund von Sicherheitsanforderungen und notwendiger Prozessanpassungen.
Gleichzeitig ist das Interesse an Instant Payments hoch. Mit zunehmender Verbreitung im Privatkundensegment entstehen auch im B2B-Umfeld die notwendigen Voraussetzungen für eine breitere Nutzung.
Instant Payments verbinden Geschwindigkeit mit Kontrolle und Transparenz. Damit schaffen sie die Grundlage für effizientere und besser steuerbare Zahlungsprozesse.
Mit der weiteren Umsetzung der Regulierung dürfte ihre Bedeutung im Corporate Payment deutlich zunehmen – und neue Spielräume im Zahlungsmanagement eröffnen.